140 Jahre TGS
60 Jahre Gymnastikfrauen
30 Jahre Wilhelm-Busch-Halle
25 Jahre Vereinslokal „Zu den Eichen“
Diese Jahreszahlen geben Anlass, ein wenig zurück zu blicken und in Erinnerung zu rufen, was der Verein damals mit vereinter Kraft geleistet hat. Beim 125-jährigen Vereinsjubiläum, das 2011 in großem Rahmen begangen wurde, ist dieser und weiterer Ereignisse gedacht worden.
Vor 140 Jahren gründeten 20 Langenhainer Bürger die „Turn=Gesellschaft Langenhain i.Ts.“
Bis 1914 wuchs die Mitgliederzahl auf 120, eine recht stattliche Zahl für einen kleinen, selbständigen Taunusort. Neben der klassischen „Leibesertüchtigung“ wurde Faust- und Schlagball gespielt. 1921 erfolgte die Gründung der Handballabteilung, und seit 1925 durften auch Mädchen mitturnen. Seit 1911 besaß die TGS einen offenen Sportplatz, der 1922 für den Feldhandball vergrößert wurde. 1928 konnte die Turnhalle in der Usinger Straße eröffnet werden. Der Hallenbau gehörte ursprünglich zu einem Militärlager in Erbenheim; in Eigenleistung der Mitglieder wurde die Halle zerlegt, auf Pferdefuhrwerken nach Langenhain verbracht und auf die selbst gemauerten Fundamente gesetzt. Und: eine Gaststätte gehörte vom Anfang an mit zur Turnstätte. Da auch die anderen Langenhainer Vereine die Turnhalle der TGS nutzen durften, wurde diese schnell zum Ortsmittelpunkt für Familienabende, Kerb, Fastnacht und andere Großveranstaltungen.
Im 1933 beginnenden und gottlob nur 12 Jahre währenden „1000-jährigen Reich“ wurde die TGS wie alle Vereine „gleichgeschaltet“ und die Turnhalle für militärische Lagerzwecke beschlagnahmt. So musste die TGS nach dem Krieg neu gegründet werden und erhielt erst 1950 ihren Namen zurück: „Turngesellschaft 1886 Langenhain“. Die alte Turnhalle kam erst 1961, passend zum 75-jährigen Vereinsjubiläum, wieder in den Besitz der TGS. In diesem Jahr wird auch der schöne, baumumstandene Rasenplatz unter Eigenleistung der TGS eröffnet.
Im April 1966 – vor also 60 Jahren – gründet sich eine Frauengymnastikgruppe
Die Gymnastikfrauen waren über viele Jahre die „Seele des Vereins“. Sie organisierten und gestalteten Vereinsfeiern wie Familienabende und Jubiläen, und sie unterstützten den Volkslauf mit ihrem überregional beliebten Kuchenbuffet. Die Gymnastikfrauen sind nach wie vor eine starke soziale Einheit, neben ihrem montäglichen Sport unternehmen sie Ausflüge und veranstalten interne Feiern. Sie zählen rund 50 Frauen, davon sind etwa 35 regelmäßig sportlich aktiv. Darunter seit der Gründung vor 60 Jahren Heidi Prösamer, Irene Reichert, Inge Schneider und Anni Thümmler. Im Jahr 1983 übernahm Marlies Kunze die sportliche Leitung der Gymnastikfrauen.
Seit 1968 gibt es die Tischtennis-Abteilung, und seit 1971 Damenhandball in der TGS.
1973 gründet Günter Eymer die Männergymnastik der „Borzeler“, 1995 dazu die „Oldies“.
Beide Gruppen sind mittwochs nach wie vor aktiv.
Im Jahre 1996, vor 30 Jahren, wurde die neue Turnhalle der TGS, die Wilhelm-Busch-Halle, neben dem Sportgelände und der Langenhainer Grundschule eingeweiht.
Die alte Turnhalle in der Usinger Straße war schon recht baufällig, bot für das Turnen keine Entwicklungsmöglichkeiten und war für den Handballbetrieb viel zu klein. Die Mannschaften mussten aufwändig zu Sporthallen in den Nachbarorten gefahren werden. Zudem bemühte sich die Grundschule seit 1989 beim Main-Taunus- Kreis um die mit dem Schulbau ebenfalls geplante Schulsporthalle. Außerdem fehlte den Langenhainer Vereinen eine Ortsgemeinschaftshalle. Die TGS startete eine Unterschriftenaktion im Ort, in der 810 Bürger und Bürgerinnen eine Halle für die genannten Zwecke forderten – und in einer Gemeinschaftsinitiative der TGS mit der Schule, dem Ortsbeirat, den politischen Parteien und den Ortvereinen begann der mühsame Weg durch die Instanzen. Armin Jakob, Dieter Kern und Wolfgang Zeeh waren die treibenden Kräfte bei dieser Gemeinschaftsaktion von Langenhain, der Stadt Hofheim und dem Main-Taunus-Kreis als Schulträger.
Bauträger einer Ortgemeinschaftshalle war die Stadt Hofheim, die TGS brachte Vermögen durch den Verkauf des Geländes der alten Turnhalle ein, und der Kreis bezuschusste den Bau einer Schulsporthalle. Die Turnhalle ging in den Besitz der TGS über, die Schule hat die Nutzungsrechte zu Schulzeiten, die Ortsvereine haben Belegungsrechte der Halle erhalten, und die Stadt trägt den Unterhalt dieser Ortsgemeinschaftshalle, deren direkte Umgebung sich im Besitz der Stadt befindet.
Dass sich unsere Wilhelm-Busch-Halle auch nach 30 Jahren in einem – vergleichbar mit ähnlich alten öffentlichen und Schulturnhallen – anerkannt gutem Zustand befindet, ist sicherlich auch auf die beschriebene Konstruktion der Gestehung und die „Ownership“ der TGS zurückzuführen.
Sportlich war mit der neuen Halle dem Bedarf der TGS entsprochen – aber an der alten Halle war ja auch eine Gaststätte gewesen – also etwas Wesentliches fehlte zum Glück der TGS!
Beim Verkauf des vereinseigenen Geländes der alten Turnhalle an die Stadt Hofheim war vereinbart, dass die Stadt mit den dort geplanten Bauten der TGS eine Gaststätte mit zwei Wohnungen im Rohbau erstellt. Wegen veränderter Pläne konnte die Stadt dieser Verpflichtung nicht nachkommen; ersatzweise bot die Stadt der TGS aber Gelände am alten Sportplatz zur Errichtung eines Gaststättenbaus in eigener Regie an. Der damalige Vorstand beschloss, den Bau zu wagen. Im Herbst 1999 begannen die Rohbauarbeiten. Aus heutiger Sicht kann man diesem Mut und dieser Tatkraft nur Hochachtung zollen. Wilfried Breunig war der Architekt des heutigen Hauses mit Gaststätte und zwei Mitwohnungen, über die gesamte Bauphase war der Vereinsvorstand und etliche Mitglieder nicht nur am Schreibtisch mit dem „Behördenkram“, sondern besonders an den Wochenenden auch körperlich in vollem Einsatz. Von „Überraschungen“ beim Bau zeugen noch die eiszeitlichen Findlinge, die heute am Rande des alten Sportplatzes zu bewundern sind.
Im Frühjahr 2001, vor also 25 Jahren, konnte die Vereinsgaststätte „Zu den Eichen“ eröffnet werden. Die erste Wirtin war die herzensgute Susanna, eine Griechin. Die Arbeit eine Gaststätte zu führen war auf die Dauer etwas viel; sie hörte nach 4 Jahren auf. Ihr folgten ein Grieche, der mit seinem Anspruch einer „gehobenen“ Gastronomie nicht gut zu einer familiären Vereinsgaststätte passte, und ein Jugoslawe der die Gaststätte wohl im Stil einer Vereinskantine führen wollte: der Verein sollte dafür sorgen, dass seine Mitglieder zum Essen kämen. Nachdem wir mit diesen Pächtern also nicht gerade eine glückliche Hand hatten, kam im Jahr 2009 mit Luca ein Italiener. Dessen Küche und Art kamen im Ort gut an; er führt mittlerweile das einzige in Langenhain, verbliebene Restaurant – von ursprünglich mal sechs Speiselokalen. (Grüner Wald, Grüner Baum, Jägerstube, Sander´s, Wiesenblick, Turnhalle).

„Zu den Eichen“ die Vereinsgaststätte der TGS Langenhain
Passend zu den obigen Jubiläen wurde am 25. April 2026 – dem 140-Jährigen Bestehen der TGS – die Calisthenics – Fitnessfläche seitens der Stadt Hofheim, des Ortes Langenhain und der TGS eröffnet.
Calisthenics kann man als Gymnastik unter weitgehendem Einsatz des eigenen Körpers und seines Gewichts verstehen. Kraft und Körperbeherrschung werden je nach eigenem Willen und Können an fest verbauten Gerüsten wie Reck, Barren oder Leitern eingesetzt. Die Anlage ist aufgeteilt in eine freie Fläche für Yoga, Gymnastik und Co, daneben motivieren die Geräte zu Fitness Training mit Klimmzug, Hangeln und Sprung.
Vergleichbar dem Entstehen der Wilhelm-Busch-Halle war auch die Calisthenics-Anlage eine Gemeinschaftsleistung: die Initiative ging von der Fitnessabteilung der TGS aus, und sie fand die Unterstützung des gesamten Ortsbeirates. Die Stadt Hofheim ließ auf ihrem Gelände diese mit der TGS geplante Anlage bei Zuschuss des Main-Taunus-Kreises errichten. Mitglieder der TGS engagierten sich mit den grundlegenden Erdarbeiten, bei denen Bürger Langenhains mit Ihren Großgeräten halfen. Die landschaftliche Gestaltung verdanken wir dem ortsansässigen Landschaftsarchitekten Jobst Seeger.
Die Anlage erweist sich als Erfolg; der Platz ist immer besucht, er wird gut angenommen: vereinsgebunden oder nicht, Jung und Alt, Mann und Frau, Kind- alle nutzen ihn. Jederzeit frei ohne weitere Vorgaben.

Die Calisthenics – Anlage
Zusammengetragen von Gisbert Quelle
